Endlich geht es wieder aufwärts. Nach einer langen Zeit der kurzen Läufe, bedingt durch diverse Probleme, Verletzungen und andere Befindlichkeiten geht ein sehr aktives und erfolgreiches Wochenende zur Neige.
Bereits vor längerer Zeit hatte ich mich bei Christian Hottas für den Robert Richards Marathon angemeldet. Da Rainer und Mathias vom Streakrunner-Forum auch kommen wollten, stand wieder ein Fori-Treffen an. Bis Freitag Abend war ich mir allerdings noch nicht sicher, ob wir wirklich fahren. Drohendes Glatteis und Aufgaben, die eigentlich zu Hause zu erledigen wären, ließen öfter Gedanken aufkommen, doch lieber abzusagen. Da aber Henry am Freitag schon relativ früh nach Hause kam, entschied er: “Na klar fahren wir nach Hamburg. Die Straßen sind frei, so schlimm wird es schon nicht.”
Also standen wir am Samstag gegen 5 Uhr auf, frühstückten und fuhren 6 Uhr los. Kermit zeigte sich von der besten Seite. Keine Macken, wir kamen langsam aber sicher an den Teichwiesen an. Etwas verspätet zwar, aber das war kein Problem. Gerade, als wir das Fahrzeug parkten, lief Mathias vorbei. Mein Mann erkannte ihn gleich, obwohl er ihn persönlich noch nie gesehen hatte. Wir begrüßten uns und nach einem kurzen Toilettenbesuch hinterm Busch gingen wir zum Treffpunkt. Dort standen schon die anderen Läufer. Auch hier kurze Begrüßung, und gemeinsam spazierten wir zum Start. Mathias war bereits am Freitag hier gelaufen, wobei es ihm dabei nicht so gut ging. Nun hoffte er, dass es beim zweiten Lauf besser wird. Rainer ist schon früh um 5 Uhr losgefahren. Obwohl er erkältet war, wollte es trotzdem versuchen.
9:37 Uhr starteten wir, nach kurzem Fotoshooting, auf den Rundenparkour. Sehr schnell mussten wir feststellen, dass es sich mit Spikes besser läuft. Leider habe ich keine und musste mich deshalb mit meinen altbewährten Trailschuhen begnügen. In den ersten beiden Runden hatte ich an einer Stelle ein paar kleine Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten. Dort reichte mir Christian hilfreich die Hand. Doch in den folgenden Runden (immerhin 16 an der Zahl) war die Hilfe nicht mehr nötig. An den Seiten taute das Eis im Laufe des Tages etwas auf, so dass ich so nach und nach entspannter laufen konnte. Trotzdem musste man immer aufpassen. Der Weg hatte es durch die diesjährigen winterlichen Verhältnisse wirklich in sich.
Von Beginn an lief ich gemeinsam mit Christian. Wir unterhielten uns die gesamte Zeit über Gott und die Welt, über verschiedenste Laufveranstaltungen und vieles mehr. Es wurde nie langweilig und wenn mal der Gedanke kam, dass das Laufen ganz schön auf die Gelenke geht, wurde ich sehr schnell wieder auf was anderes zurückgeführt. Ich hatte keine Zeit zu jammern oder irgendwie über Schmerzen nachzudenken. Nach acht Runden wurde es fast sogar leichter zu laufen.
Mathias verabschiedete sich nach sechs Runden. Er war zufrieden mit seiner Leistung und wollte noch seine Lauffreundin treffen. Rainer hörte ebenfalls eher auf. Seine Erkältung machte ihm zu sehr zu schaffen. Dadurch war es sehr schwer für ihn. Schade, aber die Gesundheit geht vor.
Die 5:34 h vergingen schneller als ich mir vorher vorstellte. Immerhin habe ich seit Oktober so gut wie keinen längeren Lauf mehr gemacht. Das hatte mich schon ein bißchen beunruhigt. Nun ging es mir gut. Ich hatte keine Probleme. Sogar zum Auto ging es noch im Laufschritt, um die 43 km voll zu machen (man ist halt ein bißchen verrückt).
Gefreut habe ich mich, dass Henry ebenfalls vier Runden um die Teichwiesen gelaufen ist. Er kam uns immer entgegen und wir begrüßten uns bzw. klatschten uns in jeder Runde ab. Das macht schon Spaß!
Wieder zu Hause kamen später noch Stephanie und Frank zu einer kleinen Geburtstagsparty. Wir aßen gemeinsam und unterhielten uns noch lange.
Heute nun stand ich wieder recht früh auf. Wollte noch ein bißchen üben, bevor es nach dem Frühstück zu den Gottesdiensten ging.
Nach dem Mittag musste Henry schon wieder zur Arbeit. Da am Nachmittag nichts mehr anstand, konnte ich dann zu meinem heutigen Lauf aufbrechen. Die Sonne schien bei plus 3 Grad. Der Schnee war verharscht oder zu Glatteis geworden. In Vorbereitung auf den Mauerwegslauf wollte ich heute noch eine längere Einheit anhängen. Auf den Fahrrad- und Fußwegen kam ich noch ganz gut voran. Schwieriger wurde es später im Wald. Teilweise war es sehr glatt. Ich musste immer wieder suchen, wo ich ohne zu schlittern hintreten kann. Das Tänzeln forderte meine ganze Aufmerksamkeit. Das war Gleichgewichtstraining, welches sich danach in Kraftsport wandelte, als ich durch den verharschten Schnee stiefeln musste. Als der Fahrradweg kam, war ich sehr froh. Dieser ist mittlerweile wieder trocken und gut zu belaufen.
Nach 22 km, 02:36:16 h, kam ich wieder zu Hause an und war glücklich, es geschafft zu haben. Endlich wieder zwei längere Läufe am Stück!